| Notizen |
- Die ganze Familie verließ Leimersheim im Februar 1841. Die Reise in die USA dauerte ungefähr acht Wochen. Sie wohnten in 620 Ost, 26th Street in Erie, Pennsylvania. Michael arbeitete als Eisenbahnangestellter auf der Strecke Pittsburg-Erie, als Schuhmacher und als Weinhersteller (Winemaker). Er ist aus Verzweiflung gestorben, drei Monate nach dem Tod seines Sohnes Karl Anton.
- Brief von ihrem Neffen Karl Lösch an Michael Weschler und seine Frau Emma, geb. Lösch (1895):
Lieber Onkel und Tante.
ich sehe mich heute veranlasst, euch einen kurzen Brief zu schreiben, da ihr ja doch schon lange nichts mehr von euch hören habt lassen. Ich will Euch zunächst schreiben, wie es bei uns aussieht. In erster Linie will ich euch mitteilen, dass ich in Leimersheim ein Geschäfts-Büro mit staatlicher Konzession eröffnet habe seit dem 1.Juli 1895. Ich befass mich nämlich mit der Übernahme von Klagen, von Teilung- und Erbschafts-Angelegenheiten, Einziehungen von Geldern und dergleichen noch.
Ich will Euch sodann mitteilen, dass wir in unserer Familie in den letzten Zeiten schwer vom Unglück heimgesucht worden sind. Der Vater ist nämlich schon zwei Jahre krank, er liegt zeitweise im Bett und ist auch oft eine Zeitlang auf. Er hat eine Art Rheumatismus und wird nach Aussage des Arztes keine anstrengende Arbeit mehr verrichten können, wenn er wieder gesund wird. Er war voriges Jahr und dieses Jahr schon öfter in Karlsruhe zur Behandlung.
Wolle Gott, dass er wider gesund werden wird. Sodann ist mein Bruder Friedrich, jetzt 18 Jahre alt, schon seit dem vorjährigen Sommer zeitweise schwer krank und steht gegenwärtig wieder in ärztlicher Behandlung, indem er stets mit Lungenerkrankungen zu tun hatte. Ich fürchte, das mein unglücklicher Bruder nicht alt wird, was jedoch Gott verhüten wolle. Ich und die Schwester und der kleine Bruder sind soweit gesund. Ihr könnt Euch ja denken wie es in vorstehendem Falle geht.
- Brief von ihrem Neffen Karl Lösch an Michael Weschler und seine Frau Emma, geb. Lösch (1896):
Lieber Onkel und Tante!
Ich muss Euch sodann noch eine Bitte vortragen und es wäre mir sehr angenehm, wenn ihr mir dieselbe erfüllen könntet. Da ich nämlich früher, wie ihr wohl selbst aus den Briefen noch wissen werdet, die Korbmacherei erlernte, so beabsichtige ich die Gründung einer Korbfabrik im nächsten Frühjahr. Da nun Ende September die Korbweiden vergeben werden und ich für den Anfang wenigstens 1000 bis 1200 Mark Korbweiden haben muss, so stehe ich nun mit dem nötigen Geld in Verlegenheit, da ich meinen Eltern (ich bin noch ledig) in den oben erwähnten Fällen nicht um einen größeren Geldbetrag aufgreifen kann, so wäre es mir sehr recht, wenn Ihr mir bis zur Mitte Oktober-November ca. 600 M (ist ca. 150 Dollar) für mein Geschäft leihen könntet.
Ich zahle Euch gern den Zins wie in Amerika, nur könnt Ihr das Geld in 1 1/2 - 2 Jahren wieder erhalten. Bitte mit dem beiliegenden Kuvert gleich schreiben, on Ihr mir das Geld leihen könnt. Bitte nur gleich, weil es eilt wegen der Geschäftsgründung.
Karl Lösch
- Testament von Michael Weschler (der Originaltext ist in englisch geschrieben)
Eingetragen am 16. Juli 1913
Ich wohne in Erie, Landkreis Erie, im Staat Pennsylvania, mache hiermit mein Testament und letzten bekannt:
Erstens weiße ich an, dass alle meine ausstehenden Schulden und Beerdigungskosten sobald wie möglich nach meinem Ableben beglichen werden sollen, und dass die Summe von 50.00 Dollar an die Deutsche Katholische Kirche von St. John´s in Erie, 20ste und Wallace Straße für das Lesen von Messen für den Frieden meiner Seele bezahlt werden soll.
Alle weiteren Besitztümer, Grundbesitz, persönliches Eigentum, gleich welcher Zusammenstellung, und wo immer sich das Eigentum zum Zeitpunkt meines Ablebens befinden möge, hinterlasse ich und vermache ich meiner lieben Frau, Emma Weschler als deren Eigentum Zeit ihres natürlichen Lebens.
Wenn sich das Vermögen als unzaglich für den Erhalt oder Unterhalt meiner genannten Frau erweisen sollte, ermächtige ich sie hiermit auf den Grundbesitz Darlehen aufzunehmen, oder alles oder Teile davon zu den jeweils besten Bedingungen ohne weitere Gerichtsbeschlüsse zu veräußern. Das von den Verkäufen oder Darlehen gewonnene Geld steht meiner Frau zum notwendigen Unterhalt zur Verfügung.
Beim Ableben meiner Frau, weise ich alle an, dass alle ausstehenden Schulden und Beerdigungskosten bezahlt werden und dass ein Betrag von 50.00 Dollar an die obengenannte Deutsch Katholische Kirche von St. John´s für das Lesen von Messen für deren Seelenfrieden bezahlt werden soll.
Alle übrigen Bestanden vermache ich meinen Kindern Augusta, verehelicht mit George Wolf, Emanuel Weschler, Charles Anton Weschler und Emil Henry Weschler, zu gleichen Teilen für deren und deren Erben beständiges Eigentum.
Ich benenne meine obengenannte Frau, Zeit ihres Lebens zum Vollstrecker meines Testaments und nach deren Ableben ernenne ich meinen Schwiegersohn George Wolf zum Vollstrecker meines Testaments.
Wenn zur Zeit Ablebens meiner Frau noch Grundbesitz besteht, ermächtige ich meinen obengenannten Testamentsvollstrecker, George Wolf, diesen Besitz zu den besten Bedingungen und ohne weiteren Gerichtsbeschluss zu veräußern und den Erlös zu den obengenannten Bedingungen zu verteilen.
Zu Zeugnis dessen unterzeichne ich, Michael Weschler, am 7. November 1903, in der Stadt Erie, dieses Testament.
Micheal Weschler
(Unterschrift)
Unterzeichnet, versiegelt und bestätigt durch den obengenannten Michael Weschler als dessen letzten Willen und Testament in Gegenwart der auf Wunsch des Erblassers anwesenden unten gezeichneten Zeugen
Adam Loesch P.Diefenbach
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