- Max Marthaler, der bis 1915 Postillion war und dieses Amt nur aufgab, weil er damals als Soldat in den 1. Weltkrieg ziehen musste, erzählte gerne in weinseliger Runde von seinen Erlebnissen auf dem Postwagen. An jedem Werktag musste er schon um drei Uhr in der Frühe aus den Federn, denn die Pferde waren frühzeitig zu füttern, damit die Kutsche um vier Uhr fahrbereit war. Er fuhr den Postwagen durch Neupotz nach Rheinzabern. Dort suchte er sich dann einen Schlafplatz, oft war es ein Bündel Stroh, auf dem er etwas von der versäumten Nachtruhe nachzuholen versuchte. Dann ging die Fahrtroute auf dem umgekehrten Weg wieder zurück, jedoch nicht, ohne dass vorher die Postsendungen für Neupotz und Leimersheim übernommen worden waren. In der Kutsche hatten sechs Reisende Platz. Am Nachmittag wurde eine zweite Fahrt angetreten. Als Tageslohn bekam er eine Mark.
Quelle: Ortschronik von Ernst Marthaler
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